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Stand: 1999

Die Alster im Oberlauf


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Wenn jemand von der Alster spricht, so hat der Zuhörer meist die Binnen- oder Außenalster in Hamburg vor Augen, daß auch die Alster klein anfängt, daran denken viele nicht, und wo sie das tut, wissen oft nur Anwohner, notorische Spaziergänger und vielleicht einige Paddler ...

Die Alster entspringt aus einer Quelle in Henstedt-Rhen, ca. 22km Luftline nördlich von Hamburg. Die Alster legt aber mehr als die doppelte Strecke zurück und fließt in ihrem Oberlauf durch den kleinen Ort Naherfurth, durch Kayhude, Wohldorf und durch Poppenbüttel. Danach ist sie stärker reguliert, spaltet sich stellenweise auf und einige Kanäle münden in sie; trotzdem soll sie ein reizvoller Fluß bleiben, insbesondere bei ihrem Eintritt in die Hamburger Innenstadt. Im 16. Jht. wurde versucht, die Alster schiffbar zu machen; Ziel war es, Lübeck über die Beste und die Alster mit Hamburg zu verbinden. Davon ist heute nicht viel übriggeblieben und Boote größer als Kajaks können auf der Oberalster nicht verkehren. Einige Wehre und ehemalige Schleusen sind allerdings noch heute zu sehen.  


W a s s e r s t a n d:

Befahren werden kann bzw. sollte die Alster nicht oberhalb von Naherfurth (DKV km 12,1). Und auch ab hier hat man noch mit einigen wasserstandsbedingten Hindernissen zu rechnen. Der Wasserstand wird durch Wehre und durch die Natur reguliert. Daher ist die Alster kein Fluß, den man im Oberlauf ohne weiteres ganzjährig befahren kann. Wartet man kräftige Regenschauerperioden im Winter oder Frühjar ab, so hat man mit Überflutungen zu rechnen, der Flußlauf ist nicht mehr klar erkennbar und manche Brücke versucht sich als Guillotine. In den Zeiten mit weniger Regen wird der Fluß schmal, Sandbänke kommen zum Vorschein, in den Innenkurven läuft man schnell auf und man muß sich darauf einstellen, einige Teilstrecken wegen Wassermangels zu Fuß zurückzulegen, wobei treideln nicht sehr naturverträglich ist. Im Hoch- bzw. Spätsommer ist die Alster stellenweise dann so stark verkrautet, daß man den Flußlauf für eine saftige Wiese hält. Hat man es aber doch irgendwie geschafft, die richtige Jahreszeit und den richtigen Wasserstand abzupassen, sollte man nur in kleinen Einern die kurvenreiche Oberalster befahren (nicht so wie wir mit einem zu langen und zu schweren Zweier); spätestens an den Wehren, die geschlossen sind, so daß umtragen werden muß, ist man dann auch noch über ein leichtes Boot dankbar !

Wer alle Bedingungen erfüllt, und noch nicht abgeschreckt wurde, der wird einen schönen Tag auf dem Oberlauf der Alster verbringen und sicherlich überrascht sein, wie grün und natürlich die Ausläufer einer Großstadt sein können.

 

H i n d e r n i s s e:
In Kayhude (DKV km 19,3) ist eine ehemalige Schleuse, dort ist heute noch eine 10-20cm hohe Stufe, die problemlos befahren werden kann. In Sandfeld (DKV km 21,7) und Rade (DKV km 23) sind einfache Wehre, die befahren werden können. Sollten die Wehre allerdings geschlossen sein, so muß umtragen werden. Ein- und Aussatzstellen dafür sind vorhanden. In Wulksfelde (DKV km 24,9) ist das Wehr in eine Autobrücke integriert. Umtragen ist die bessere Lösung; Ein- und Aussatzstellen dafür sind auch hier vorhanden. In Wohldorf (DKV km 27,8) ist dann das erste unbefahrbare Wehr, dafür gibt es aber auf der rechten Seite eine komfortable  Bootsschleppe. Der DKV-Führer mahnt: bei Hochwasser in der Einfahrt scharf links fahren.

Auch die Wehre in Mellingburg und Poppenbüttel sind unfahrbar und können links, bzw. rechts mit Hilfe einer Bootsschleppe umtragen werden. Bei dem Poppenbüttler Wehr mahnt der DKV-Führer, das Wehr auch nicht im geöffneten Zustand befahren, es drohe Lebensgefahr.

Da uns der weitere Verlauf der Alster bisher nur aus Beschreibungen bekannt ist, verzichten wir auf weitere Details und verweisen auf den DKV-Führer (Wanderbuch für Nordwestdeutschland) und Horst Teigelers Buch "Kanuwandern in SH und HH" (siehe auch Büchertips).

Wir hatten für uns beschlossen, daß der Mai die richtige Jahreszeit ist und sind los. In Naherfurth haben wir eingesetzt und sind den vielen Mäandern recht problemlos bis Kayhude gefolgt. Dort fanden wir die dunkle Zufahrt zur alten Schleuse recht aufregend, da wir nicht so rechten wußten, was uns erwarten würde. Das laute Rauschen war für die kleine Stufe aber doch etwas übertrieben. Die Befahrung war kein Problem. Um die nächste Ecke herum war allerdings ein schwerwiegendes Hindernis: Eine dicke Eiche lag quer über dem Flüßchen. Auf der einen Seite lauerte ein Hund, die andere Seite ludt nicht zum Aussteigen ein. Irgendwie ging es dann doch und ein bißchen später sind wir auf einer Sandbank aufgelaufen, um Picknick zu machen.
Das Wehr in Sandfeld war geöffnet und ließ uns durch, in Rade mußten wir umtragen. Leider war dahinter nur noch wenig Wasser und wir mußten treideln. Das Flußwasser war lausig kalt. Nach ca. einhundert Metern ging es dann wieder. Aber nicht lange. Während sich die Alster durch den Wald schlängelt, immer dicht am Wanderweg entlang, setzten wir immer öfter auf. Ungefähr vierhundert Meter vor der Brücke in Wulksfelde sind wir auch zu Spaziergängern geworden. Hinter dem besagtem Wehr sah es wieder besser aus, aber nach der nächsten Biegung war das Wasser wieder futsch, wir brachen die Fahrt ab und fuhren wieder nach Hause.

Trotz der Wasserstandspleite fanden wir den Fluß sehr reizvoll und freuen uns auf eine weitere Tour mit anderen Booten und etwas mehr Wasser unterm Kiel !  Dann würden wir auch gerne etwas weiter fahren, oder wir setzen in Hamburg ein und fahren flußauf, denn die Möglichkeit hat man bei jedem Wasserstand.






Kartenmaterial:


Eindrücke und Hindernisse:
Naherfurth bis Rade
ehemalige Schleuse in Kayhude (km 19,3)
(Mai '99)
Rade bis Wohldorf
Baumhindernis
(Mai '99)
Wohldorf bis Poppenbüttel
Picknick
(Mai '99)



Rader Wehr (km 23)
(Mai '99)



Rader Wehr, Rückseite (flach !)
(Mai '99)



Straßenbrücke und Wehr in Wulksfelde (km 24,9)
(Mai '99)



hinter dem Wuksfelder Wehr (flach!)
(August)



Wulksfelder Wehr bei Hochwasser, Rückseite
(März)



Wulksfelder Wehr bei Hochwasser, Vorderseite
(März)



Wulksfelder Wehr im Hochsommer, Vorderseite
(wenig Wasser, stark verkrautet, August)



die Alster im Oberlauf bei Hochwasser - i.d.N. von Naherfurth
(November)

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